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Einschulung: Welche Absicherung und Geldanlage für Kinder sinnvoll ist

Autorenbild: Christoph Burde
Christoph Burde
28. Aug.
6 Min. Lesezeit

Die Einschulung ist für viele Familien ein besonderer Moment.

Schultüte, Ranzen, neue Schuhe, Stifte, Aufregung, Fotos vor der Haustür – und wahrscheinlich auch die erste Erkenntnis: So ein Schulstart kann ganz schön ins Geld gehen.


Aber neben all den Dingen, die dein Kind sofort braucht, gibt es zwei Geschenke, die deutlich länger halten können als jede Schultüte:

  1. eine sinnvolle Absicherung gegen schwere gesundheitliche Folgen

  2. ein früher Start beim langfristigen Vermögensaufbau


Keine Sorge: Das wird keine Liste mit 15 Versicherungen, die angeblich jedes Kind unbedingt braucht.

Es geht um zwei konkrete Bausteine:

  • Grundfähigkeitsversicherung für Kinder

  • langfristige Geldanlage bzw. ETF-Rente für Kinder


Und vorweg: Nicht jedes Kind braucht automatisch alles. Aber Eltern sollten zumindest wissen, welche Möglichkeiten es gibt.

Warum Absicherung für Kinder überhaupt ein Thema ist

Schultüte zur Einschulung mit Schutzschild und ETF-Wachstumsdiagramm als Symbol für Kinderabsicherung, Grundfähigkeitsversicherung und langfristigen Vermögensaufbau für Kinder.
erstellt mit ChatGPT

Bei Kindern denken viele zuerst an Unfallversicherung, Zahnzusatz oder Krankenzusatzversicherung. Alles Themen, über die man sprechen kann.

Aber ein Punkt wird häufig unterschätzt:

Was passiert, wenn ein Kind dauerhaft eine wichtige Fähigkeit verliert?

Wir alle nutzen bestimmte Fähigkeiten jeden Tag, ohne groß darüber nachzudenken:

  • gehen

  • sehen

  • hören

  • sprechen

  • knien

  • greifen

  • Treppen steigen


Solange alles funktioniert, wirkt das selbstverständlich.

Erst wenn etwas nicht mehr funktioniert, merken wir, wie abhängig unser Alltag davon ist.

Ein kleines Beispiel:

Du stößt dir den Daumen, er tut ein paar Stunden weh und plötzlich merkst du, wie oft du ihn brauchst. Greifen, schreiben, Handy bedienen, Flasche öffnen – alles wird nervig.

Jetzt stell dir vor, es geht nicht nur um ein paar Stunden, sondern um eine dauerhafte Einschränkung.


Dann geht es natürlich zuerst um Gesundheit, Familie, Alltag und emotionale Belastung.

Aber irgendwann kommt auch die finanzielle Seite dazu.

Denn eine schwere Erkrankung oder ein Unfall kann nicht nur heute Folgen haben, sondern auch später:


  • Welche Ausbildung ist noch möglich?

  • Welcher Beruf kann später ausgeübt werden?

  • Kann das Kind später überhaupt voll arbeiten?

  • Welche Unterstützung wird langfristig gebraucht?


Genau hier kommt die Grundfähigkeitsversicherung ins Spiel.


Was ist eine Grundfähigkeitsversicherung für Kinder?

Eine Grundfähigkeitsversicherung zahlt eine vereinbarte monatliche Rente, wenn bestimmte grundlegende Fähigkeiten nach den Versicherungsbedingungen verloren gehen. Anders als bei einer Berufsunfähigkeitsversicherung geht es nicht darum, ob jemand seinen konkreten Beruf noch ausüben kann.


Das ist bei Kindern auch logisch.

Ein sechsjähriges Kind hat noch keinen Beruf. Man kann also nicht prüfen, ob es seinen Beruf als Grundschüler zu mindestens 50 Prozent nicht mehr ausüben kann.

Die Grundfähigkeitsversicherung setzt deshalb nicht am Beruf an, sondern an Fähigkeiten.


Wenn eine versicherte Fähigkeit dauerhaft oder für einen bestimmten Zeitraum verloren geht, kann eine monatliche Rente gezahlt werden.

Das macht sie gerade für Kinder interessant.

Sie ist keine Berufsunfähigkeitsversicherung. Aber sie kann eine Art Vorstufe oder Alternative sein, solange ein klassischer BU-Schutz noch nicht sinnvoll oder möglich ist.


Warum der Gesundheitszustand so wichtig ist

Der aus meiner Sicht wichtigste Punkt wird von vielen Eltern unterschätzt:

Der Gesundheitszustand deines Kindes heute kann später entscheidend sein.

Wenn dein Kind mit 18, 20 oder 25 eine Berufsunfähigkeitsversicherung abschließen möchte, fragt der Versicherer nach der gesundheitlichen Vergangenheit.

Zum Beispiel:

  • Gab es psychotherapeutische Behandlungen?

  • Gab es Rückenprobleme?

  • Gab es Operationen?

  • Gab es chronische Erkrankungen?

  • Gab es längere Beschwerden oder Diagnosen?


Je nachdem, was passiert ist, kann eine Berufsunfähigkeitsversicherung später:

  • deutlich teurer werden

  • nur mit Ausschlüssen möglich sein

  • oder komplett abgelehnt werden


Ein Beispiel:

Wenn jemand früh starke Rückenprobleme hatte, kann der Versicherer sagen:

„Wir versichern dich grundsätzlich, aber nicht, wenn die Berufsunfähigkeit später durch den Rücken entsteht.“

Das ist problematisch, weil genau dieses Risiko dann ausgeschlossen ist.


Der eigentliche Schatz: Optionen für später sichern

Je nach Tarif gibt es bei manchen Grundfähigkeitsversicherungen später die Möglichkeit, den Schutz auszubauen oder in eine Berufsunfähigkeitsversicherung zu wechseln – teilweise ohne erneute vollständige Gesundheitsprüfung.

Das ist ein enorm wichtiger Punkt.

Vereinfacht gesagt:

Du sicherst deinem Kind heute den Zugang zu einem späteren Einkommensschutz.

Nicht, weil du davon ausgehst, dass dein gesundes Kind irgendwann berufsunfähig wird.

Sondern weil du heute nicht weißt, wie der Gesundheitszustand mit 18, 20 oder 25 aussieht.


Genau das ist der eigentliche Wert solcher Lösungen.

Aber Vorsicht:

Nicht jeder Tarif bietet diese Option. Und wenn es sie gibt, gelten oft feste Bedingungen.

Typische Anlässe können zum Beispiel sein:

  • Volljährigkeit

  • Ausbildungsbeginn

  • Ausbildungsende

  • Studienabschluss

  • Berufseinstieg


Deshalb sollte man solche Verträge nicht blind abschließen, nur weil „Grundfähigkeit“ draufsteht.


Wichtige Fragen sind:

  • Gibt es eine Wechseloption in eine BU?

  • Ohne erneute Gesundheitsprüfung?

  • Bis zu welchem Alter?

  • Zu welchen Anlässen?

  • In welcher Höhe?

  • Mit welchen Bedingungen?

Hier lohnt sich ein genauer Blick.


Schultüte Nummer zwei: Vermögensaufbau für Kinder

Der zweite Baustein ist weniger dramatisch, aber langfristig extrem spannend:

Geldanlage für Kinder.

Das klingt zur Einschulung erstmal absurd.

Ein Kind lernt gerade, seinen Namen sauber auf ein Arbeitsblatt zu schreiben – und wir sprechen über Rente, ETF, Zinseszins und Vermögensaufbau?

Ja.

Denn ein Kind hat etwas, das Erwachsene nicht kaufen können:

Zeit.

Und Zeit ist beim Vermögensaufbau der wichtigste Hebel.


Beispiel: 50 Euro im Monat ab Einschulung

Nehmen wir ein einfaches Beispiel.

Du legst ab dem 6. Lebensjahr monatlich 50 Euro für dein Kind an.

Das kann von den Eltern kommen, von Oma und Opa oder gemeinsam.

Gespart wird bis zum 18. Geburtstag.

Das bedeutet:

  • 50 Euro monatlich

  • 600 Euro im Jahr

  • 12 Jahre Laufzeit

  • 7.200 Euro Einzahlung insgesamt


Wenn wir mit einer durchschnittlichen Rendite von 7 Prozent pro Jahr rechnen, könnten daraus bis zum 18. Geburtstag ungefähr 11.000 Euro werden.

Wichtig:

Das ist keine Garantie. Wer in ETFs, Fonds oder Aktien investiert, muss Schwankungen aushalten. Die Entwicklung kann besser oder schlechter laufen.

Aber das Beispiel zeigt gut, was langfristiges Investieren bewirken kann.


Der spannende Teil: Was passiert nach dem 18. Geburtstag?

Jetzt wird es richtig interessant.

Angenommen, mit 18 wird nichts weiter eingezahlt.

Keine weiteren 50 Euro.

Kein zusätzlicher Monatsbeitrag.

Das Kapital von rund 11.000 Euro bleibt einfach investiert.

Von 18 bis 67 sind es 49 Jahre.

Wenn dieses Geld langfristig weiter mit durchschnittlich 7 Prozent pro Jahr wächst, könnten daraus rechnerisch rund 300.000 Euro werden.

Noch einmal:

Eingezahlt wurden nur 7.200 Euro.

Der Rest entsteht durch Zeit, Rendite und Zinseszinseffekt.

Nicht garantiert. Aber als Modellrechnung ziemlich eindrucksvoll.


Junior-Depot oder ETF-Rente?

Jetzt stellt sich die Frage:

Sollte man für ein Kind lieber ein Junior-Depot nutzen oder eine ETF-Rentenversicherung?

Die ehrliche Antwort:

Es kommt auf das Ziel an.

Ein Junior-Depot kann sehr gut sein, wenn Flexibilität im Vordergrund steht.

Vorteile:

  • hohe Transparenz

  • geringe Kosten

  • freie ETF-Auswahl

  • einfache Handhabung

  • Kapital grundsätzlich verfügbar


Aber genau das kann auch ein Nachteil sein.

Mit 18 gehört das Depot rechtlich dem Kind. Dann liegen dort vielleicht 10.000, 20.000 oder mehr Euro.

Und dann steht die Frage im Raum:

  • erstes Auto?

  • Urlaub?

  • Auszug?

  • oder wirklich Altersvorsorge?


Hand aufs Herz: Viele von uns hätten mit 18 wahrscheinlich nicht zuerst an die Rente gedacht.


Warum eine ETF-Rente für Kinder sinnvoll sein kann

Eine ETF-Rentenversicherung hat meist höhere Kosten als ein einfaches ETF-Depot. Das muss man klar sagen.


Aber sie hat einen anderen psychologischen Vorteil:

Das Geld ist von Anfang an als langfristige Altersvorsorge gedacht.

Der Zugriff ist nicht ganz so niedrigschwellig wie beim Depot. Man kann je nach Vertragsgestaltung zwar Veränderungen vornehmen, Beiträge anpassen oder den Vertrag später nutzen. Aber es ist eben nicht einfach nur ein Depot, bei dem man schnell per App verkauft.


Das kann helfen, das Geld langfristig im System zu halten.

Zusätzlich können je nach Gestaltung Vorteile entstehen, etwa:

  • Rebalancing innerhalb des Vertrags

  • steuerliche Besonderheiten im Rentenalter

  • keine direkte Vorabpauschale für das Kind während der Laufzeit

  • Option auf lebenslange Rentenzahlung


Aber auch hier gilt:

Eine ETF-Rente ist nicht automatisch besser.

Wenn dein Kind schon 12 ist und du nur bis 18 sparen willst, damit dann Geld ausgezahlt wird, ist eine Rentenversicherung wahrscheinlich nicht die passende Lösung.

Sechs Jahre sind keine echte Laufzeit für eine Altersvorsorgelösung.


Was ist wichtiger: Absicherung oder Vermögensaufbau?

Wenn Eltern fragen:

„Soll ich zuerst 50 Euro investieren oder mein Kind absichern?“

Dann wäre meine Reihenfolge klar:

Existenzielle Risiken zuerst. Vermögensaufbau danach.

Ein Depot mit 10.000 Euro ist schön.

Aber wenn dein Kind später aufgrund einer schweren gesundheitlichen Einschränkung bestimmte Berufe nicht ausüben kann und keine Absicherung vorhanden ist, löst dieses Depot das Problem nicht. Im Zweifel wird es einfach aufgebraucht.


Deshalb ist die richtige Reihenfolge:

  1. Große Risiken prüfen

  2. Gesundheitszustand und spätere Optionen sichern

  3. Wenn Budget übrig ist: Vermögen aufbauen


Das muss kein Entweder-oder sein.

Vielleicht passen zur Familie:

  • 20 oder 30 Euro für Absicherung

  • zusätzlich 25 oder 50 Euro für Vermögensaufbau

Entscheidend ist nicht, möglichst viel abzuschließen.

Entscheidend ist, dass es zur Familie passt.


Fazit: Das Geschenk, das länger hält als jede Schultüte

Zur Einschulung braucht dein Kind wahrscheinlich erstmal einen guten Ranzen, vernünftige Stifte und Geduld mit den Hausaufgaben.

Aber die Einschulung ist auch ein guter Zeitpunkt, über zwei langfristige Fragen nachzudenken:

Erstens:

Was passiert, wenn mein Kind durch Krankheit oder Unfall dauerhaft eine wichtige Grundfähigkeit verliert?

Zweitens:

Wie kann ich die lange Zeit bis zum Erwachsenenalter und darüber hinaus für Vermögensaufbau nutzen?

Beide Fragen sind unbequem – aber wichtig.

Denn echte Vorsorge bedeutet nicht, Angst zu haben.

Echte Vorsorge bedeutet, Optionen zu schaffen.

Und vielleicht ist genau das am Ende das Geschenk zur Einschulung, das wirklich lange hält.

Kennenlern-Gespräch
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