top of page

Kind kommt: Welche Versicherungen werdende Eltern wirklich prüfen sollten

Autorenbild: Christoph Burde
Christoph Burde
9. Okt.
5 Min. Lesezeit


Wenn ein Kind unterwegs ist, verändert sich vieles. Plötzlich geht es nicht mehr nur um dich. Nicht mehr nur um deine Partnerschaft. Nicht mehr nur um eure gemeinsamen Pläne. Auf einmal entsteht Verantwortung für einen Menschen, der sich noch nicht selbst schützen, versorgen oder absichern kann. Und genau deshalb verändert sich auch der Blick auf Versicherungen und Finanzen. Denn die wichtigste Erkenntnis lautet:

Die Absicherung eines Kindes beginnt nicht beim Kind. Sie beginnt bei den Eltern.

Viele werdende Eltern fragen sich zuerst:

  • Welche Versicherung braucht mein Baby?

  • Braucht ein Kind eine Unfallversicherung?

  • Sollte ich eine Zahnzusatzversicherung fürs Kind abschließen?

  • Was ist mit Krankenhauszusatz, Grundfähigkeiten oder Sparplan?


Das sind alles berechtigte Fragen. Aber sie kommen aus meiner Sicht erst im zweiten Schritt. Die wichtigere erste Frage lautet:

Was passiert mit dem Kind, wenn Mama oder Papa finanziell ausfallen?

Warum „wird schon gut gehen“ mit Kind nicht mehr reicht

Solange du allein bist oder ihr als Paar ohne Kind lebt, lassen sich viele Risiken leichter wegschieben. Ein Monat weniger Einkommen? Irgendwie klappt das. Ein Jahr später mit Altersvorsorge starten? Wird schon passen.Ein Partner fällt kurz aus? Der andere arbeitet ja auch. Sobald ein Kind dazukommt, verändert sich diese Rechnung. Denn plötzlich ist da jemand, der nicht selbst entscheiden kann. Jemand, der darauf angewiesen ist, dass die Eltern finanziell funktionieren. Ein Kind kann nicht sagen:

„Dann verdiene ich eben mehr.“„Dann reduziere ich meine Ausgaben.“„Dann kümmere ich mich selbst um Rücklagen.“ Deshalb wird aus einem persönlichen Risiko schnell ein Familienrisiko.


1. Arbeitskraft absichern: Was passiert, wenn ein Einkommen dauerhaft wegfällt?

Für werdende Eltern ist die Berufsunfähigkeitsversicherung einer der wichtigsten Bausteine überhaupt.

Warum?

Weil deine Arbeitskraft wahrscheinlich einer deiner größten Vermögenswerte ist.

Wenn du 3.000 Euro netto im Monat verdienst und noch 30 Jahre bis zur Rente arbeiten möchtest, reden wir grob über mehr als eine Million Euro zukünftiges Einkommen.

Und genau dieses Einkommen finanziert:

  • Miete oder Immobilienkredit

  • Lebensmittel

  • Kinderbetreuung

  • Auto

  • Urlaub

  • Rücklagen

  • Altersvorsorge

  • den gesamten Alltag deiner Familie

Die entscheidende Frage lautet:

Was passiert, wenn eines der beiden Einkommen dauerhaft wegfällt?

Reicht das andere Einkommen aus?Kann die Miete weiter bezahlt werden?Läuft ein Kredit trotzdem weiter?Was passiert mit der Altersvorsorge?Was ist mit Betreuungskosten? Gerade wenn durch Elternzeit ohnehin zeitweise weniger Einkommen vorhanden ist, wird dieses Thema noch wichtiger. Eine Berufsunfähigkeitsversicherung schützt nicht vor Krankheit.Aber sie kann verhindern, dass aus einer gesundheitlichen Krise zusätzlich eine finanzielle Krise wird.


2. Todesfall absichern: Risikolebensversicherung für Eltern

Noch unangenehmer ist die Frage:

Was passiert, wenn ein Elternteil stirbt?

Darüber möchte niemand gerne nachdenken. Verständlich. Aber genau deshalb ist es wichtig, nüchtern darüber zu sprechen. Wenn ein Elternteil verstirbt, fällt möglicherweise ein Einkommen weg. Gleichzeitig kann der andere Elternteil vielleicht nicht sofort wieder Vollzeit arbeiten. Vielleicht muss Betreuung organisiert werden. Vielleicht gibt es einen Immobilienkredit. Vielleicht braucht der hinterbliebene Elternteil einfach Zeit. Zeit zum Trauern. Zeit zum Sortieren.Zeit, um das Leben neu aufzubauen.

Eine Risikolebensversicherung kann genau dafür sinnvoll sein. Nicht als Sparprodukt.Nicht als Geldanlage.Sondern als klare Absicherung für den schlimmsten Fall.

Die Leistung kann helfen:

  • laufende Kosten zu decken

  • einen Kredit abzulösen

  • Betreuung zu finanzieren

  • dem hinterbliebenen Elternteil finanziellen Spielraum zu geben


Das Ziel ist nicht, den Verlust auszugleichen. Das kann keine Versicherung.

Das Ziel ist, zu verhindern, dass zur emotionalen Katastrophe auch noch finanzielle Existenzangst kommt.

Auch unbezahlte Familienarbeit hat einen Wert

Ein Punkt wird oft unterschätzt:

Nicht nur das höhere Einkommen sollte abgesichert werden.

Viele Familien denken: „Mein Partner verdient aktuell wenig oder ist in Elternzeit. Den müssen wir nicht absichern.“ Das ist zu kurz gedacht. Denn wenn ein Elternteil weniger verdient, aber mehr Betreuung übernimmt, entsteht trotzdem ein wirtschaftlicher Wert.


Wenn diese Person ausfällt, entstehen plötzlich neue Probleme:

  • Betreuung muss eingekauft werden

  • der andere Elternteil kann weniger arbeiten

  • Hilfe im Alltag wird notwendig

  • Organisation und Belastung steigen massiv


Nur weil Familienarbeit nicht auf der Gehaltsabrechnung steht, heißt das nicht, dass sie keinen finanziellen Wert hat.

Gerade bei der Risikolebensversicherung sollte deshalb nicht nur gefragt werden:

Wer verdient mehr?

Sondern auch:

Wer übernimmt welche Aufgaben in der Familie? Und was würde es kosten, wenn diese Person ausfällt?


3. Krankenversicherung des Kindes vor der Geburt klären

Ein weiterer Punkt, den werdende Eltern möglichst früh klären sollten:

Wie wird das Kind später krankenversichert?

Das hängt unter anderem davon ab:

  • Sind beide Eltern gesetzlich versichert?

  • Ist ein Elternteil privat versichert?

  • Sind beide privat versichert?

  • Ist ein Elternteil freiwillig gesetzlich versichert?

  • Wie sehen Einkommen und Familienkonstellation aus?


Je nach Situation kann es unterschiedliche Möglichkeiten geben.

Und genau deshalb lohnt es sich, dieses Thema nicht erst nach der Geburt zu klären.

Nach der Geburt gibt es genug zu tun:

  • Geburtsurkunde

  • Elterngeld

  • Kindergeld

  • Schlafmangel

  • Arzttermine

  • Alltag neu sortieren


Da ist es hilfreich, wenn wenigstens die Krankenversicherung des Kindes schon grundsätzlich vorbereitet ist.


4. Rücklagen: Familien brauchen Puffer

Versicherungen sind wichtig. Aber sie ersetzen keine Rücklagen.

Wenn ein Kind kommt, entstehen neue Kosten:

  • Erstausstattung

  • Möbel

  • Kleidung

  • Kinderwagen

  • Verdienstausfall durch Elternzeit

  • eventuell größere Wohnung

  • Betreuungskosten

  • laufende Alltagskosten


Deshalb sollten werdende Eltern nicht nur über Versicherungen sprechen, sondern auch über Liquidität.

Die Frage lautet:

Haben wir genug Rücklagen, wenn etwas Unvorhergesehenes passiert?

Ein Notgroschen ist keine spektakuläre Geldanlage.Aber er sorgt dafür, dass kleine und mittlere Probleme nicht sofort Stress auslösen.

Eine Versicherung ist für große Risiken da.Rücklagen sind für den Alltag.

Beides gehört zusammen.


Warum Baby-Versicherungen nicht der erste Schritt sind

Natürlich kann man sich auch anschauen, welche Versicherungen für ein Kind selbst sinnvoll sein können.

Zum Beispiel:

  • Grundfähigkeitsversicherung

  • Unfallversicherung

  • Zahnzusatzversicherung

  • Krankenhauszusatzversicherung

  • Krankenzusatzversicherung


Aber diese Fragen kommen aus meiner Sicht erst, wenn die Basis der Eltern geklärt ist.

Denn wenn Mama oder Papa dauerhaft kein Einkommen mehr haben, hilft dem Kind eine Zahnzusatzversicherung wenig.

Wenn die Eltern finanziell stabil aufgestellt sind, können zusätzliche Absicherungen fürs Kind sinnvoll geprüft werden.

Aber die Reihenfolge ist wichtig:

  1. Eltern absichern

  2. Krankenversicherung klären

  3. Rücklagen prüfen

  4. Kind selbst absichern

Nicht andersherum.


Was sich durch ein Kind wirklich verändert

Vor einem Kind kannst du bei vielen Schäden sagen: „Wenn es schiefgeht, trage ich das selbst.“ Mit Kind verändert sich diese Frage. Dann lautet sie nicht mehr nur:

Kann ich den Schaden tragen?

Sondern:

Kann meine Familie den Schaden tragen?

Das ist ein großer Unterschied. Ein Kind macht Versicherungen nicht automatisch wichtiger, weil man plötzlich alles absichern muss. Ein Kind macht Versicherungen wichtiger, weil die Konsequenzen deiner Entscheidungen nicht mehr nur dich betreffen.


Die vier wichtigsten Fragen für werdende Eltern

Wenn ein Kind dazukommt, würde ich nicht mit einer Produktliste starten.

Ich würde mit vier Fragen starten:

1. Was passiert, wenn ein Einkommen dauerhaft wegfällt?

Gibt es eine Berufsunfähigkeitsversicherung?Reicht die Höhe?Passt sie noch zur neuen Familiensituation?

2. Was passiert, wenn ein Elternteil stirbt?

Gibt es eine Risikolebensversicherung?Ist die Versicherungssumme ausreichend?Sind Kredit, Lebenshaltung und Betreuung berücksichtigt?

3. Ist die Krankenversicherung des Kindes geklärt?

Welche Optionen gibt es?Was muss vor der Geburt vorbereitet werden?Welche Fristen und Nachweise sind wichtig?

4. Haben wir ausreichend Rücklagen?

Wie lange könnten wir laufende Kosten tragen?Was passiert bei Elternzeit, ungeplanten Ausgaben oder Einkommensausfall?

Wenn diese vier Punkte sauber beantwortet sind, steht die Familienabsicherung auf deutlich stabileren Beinen.


Fazit: Familienabsicherung beginnt bei den Eltern

Wenn ein Kind kommt, ist der Impuls verständlich, sofort an Versicherungen fürs Baby zu denken.

Aber der wichtigste Schutz für ein Kind sind zunächst finanziell stabile Eltern.

Deshalb beginnt sinnvolle Familienabsicherung nicht mit der Frage:

Welche Versicherung braucht mein Kind?

Sondern mit der Frage:

Was passiert mit unserem Kind, wenn wir als Eltern finanziell ausfallen?

Erst wenn diese Basis steht, lohnt sich der nächste Schritt:

Welche Absicherungen für das Kind selbst sinnvoll sind.

Denn Vorsorge bedeutet nicht, Angst zu haben.

Vorsorge bedeutet, Verantwortung ernst zu nehmen.

Ein roter Schutzschirm spannt sich über eine junge Familie mit Baby. Unter dem Schirm stehen drei Symbole: Arbeitskraft, Herz/Gesundheit und Haus/Kredit.
Erstellt mit ChatGPT
Kennenlern-Gespräch
15 Min.
Jetzt buchen

 
 
 

Kommentare


bottom of page