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Provisionen bei der Geldanlage: Verlieren Anleger wirklich Vermögen?

  • Autorenbild: Christoph Burde
    Christoph Burde
  • vor 4 Tagen
  • 4 Min. Lesezeit

Immer wieder taucht dieselbe Schlagzeile auf: „Durch Provisionen verlieren Anleger über Jahrzehnte ein Vermögen.“

Auslöser für diesen Blogartikel war ein Beitrag auf tagesschau.de, der genau diese These aufgestellt hat. Die Kernaussage: Wer sein Geld über einen Berater oder Versicherungsvermittler anlegt, zahlt Provisionen und Kosten – und steht nach 30 oder 40 Jahren deutlich schlechter da als jemand, der einfach selbst einen günstigen ETF kauft.

Die Botschaft klingt klar: Beratung kostet Geld – und dieses Geld fehlt später im Vermögen.

Aber stimmt diese Darstellung wirklich so einfach?Oder ist die Realität deutlich komplexer?

Minimalistische Illustration im Havelsicher-Stil: Eine Person steht an einer Weggabelung zwischen zwei finanziellen Wegen – links ein Sparschwein mit fallendem Diagramm, rechts Münzstapel mit wachsender Pflanze als Symbol für langfristige Geldanlage und Vermögensaufbau.
Quele: Chat GPT

Kosten bei Geldanlagen sind wichtig – aber nicht das ganze Bild

Zuerst einmal: Kosten spielen eine große Rolle.

Schon ein Prozent Unterschied bei den Kosten kann über Jahrzehnte einen massiven Effekt auf das Endvermögen haben. Wer langfristig investiert, sollte deshalb immer darauf achten, welche Gebühren entstehen.

In diesem Punkt hat die Kritik also durchaus ihre Berechtigung.

Was mich an vielen dieser Diskussionen jedoch stört, ist die extreme Verkürzung des Themas. Denn häufig wird so getan, als gäbe es nur zwei Möglichkeiten:

  • Selbst investieren → gut

  • Beratung nutzen → schlecht

Die Realität ist deutlich differenzierter.


Warum wir Dienstleistungen überall bezahlen – nur bei Finanzen wird plötzlich diskutiert

Interessanterweise führen wir diese Diskussion in vielen anderen Bereichen unseres Lebens gar nicht.

Ein paar Beispiele:

  • Wir lassen unser Auto in der Werkstatt reparieren.

  • Wir kaufen Brot beim Bäcker.

  • Wir rufen einen Heizungsinstallateur, wenn die Heizung ausfällt.

Natürlich könnten wir vieles davon theoretisch selbst machen.

Wir könnten:

  • den Ölwechsel am Auto selbst durchführen

  • unser Brot selbst backen

  • unsere Heizung selbst reparieren

Doch die meisten Menschen tun das nicht.

Warum?

Ganz einfach: Zeit, Wissen oder Interesse fehlen.

Und genau deshalb funktioniert unsere Wirtschaft über ein Prinzip, das man Arbeitsteilung nennt.

Nicht jeder muss alles können.


Das gleiche Prinzip gilt auch für Geldanlage

Beim Thema Geldanlage ist es nicht anders.

Es gibt Menschen, die:

  • sich intensiv mit ETFs beschäftigen

  • ihre Emotionen beim Investieren im Griff haben

  • langfristig diszipliniert sparen

  • Marktbewegungen verstehen

Für diese Menschen kann es absolut sinnvoll sein, alles selbst zu machen.

Aber seien wir ehrlich: Das ist nicht die Mehrheit.

Viele Menschen haben:

  • wenig Zeit

  • wenig Interesse

  • oder schlicht kein Wissen über Finanzmärkte.

Nach einem langen Arbeitstag, Pendeln, Familie und Alltag haben viele schlicht keine Lust, sich noch stundenlang mit Geldanlage zu beschäftigen.

Und auch das ist völlig legitim.


Wie eine echte Finanzberatung wirklich aussieht

Ein weiterer Punkt, der in vielen Diskussionen fehlt, ist die Frage:

Wie läuft eine gute Beratung eigentlich wirklich ab?

Das Klischee lautet oft:

  1. Kunde kommt rein

  2. Vermittler fragt: „Haben Sie Altersvorsorge?“

  3. Kunde sagt: „Nein“

  4. Vertrag wird unterschrieben

  5. Provision kassiert

In der Realität funktioniert seriöse Beratung ganz anders.


Eine gute Beratung beginnt immer mit einer Analyse:

  • Welche Verträge existieren bereits?

  • Welche Absicherungen sind vorhanden?

  • Welche passen zur aktuellen Lebenssituation?

  • Welche sind vielleicht überflüssig oder veraltet?


Danach folgt die Planung.

Zum Beispiel:

  • Wie groß ist die Rentenlücke?

  • Wie viel kann realistisch gespart werden?

  • Welche Lösungen passen zum Kunden?


Ein Beispiel:

Wenn jemand eine Rentenlücke von 1.000 € hat, heißt das nicht automatisch, dass er auch 1.000 € im Monat sparen kann.

Vielleicht sind realistisch nur:

  • 200 €

  • 300 €

  • oder 400 €

Und genau hier beginnt die eigentliche Beratung.


Altersvorsorge funktioniert nur mit abgesichertem Einkommen

Ein Punkt wird in vielen Diskussionen ebenfalls unterschätzt:

Altersvorsorge funktioniert nur, wenn das Einkommen abgesichert ist.

Denn wenn jemand berufsunfähig wird, passiert häufig folgendes:

Die Altersvorsorge wird als erstes gestrichen.

Deshalb gehört zu einer sinnvollen Finanzplanung immer auch die Frage:

  • Wie sichern wir dein Einkommen ab?

  • Was passiert bei Krankheit oder Berufsunfähigkeit?

Diese Themen gehören untrennbar zusammen.


Provisionsberatung vs. Honorarberatung

In der Diskussion taucht häufig ein weiteres Argument auf:

„Dann sollte Beratung doch einfach über Honorar bezahlt werden.“

Das klingt zunächst logisch.


Bei einer Honorarberatung bezahlt der Kunde direkt für die Beratung – unabhängig davon, ob er später ein Produkt abschließt.

Typische Honorare liegen beispielsweise bei:

  • 200 € bis 300 € pro Stunde.

Wenn eine Beratung inklusive Analyse, Vorbereitung und Gesprächen etwa 4 bis 6 Stunden dauert, entstehen schnell Kosten von:

800 € bis 1.200 €.


Und das, bevor überhaupt ein Vertrag abgeschlossen wurde.

Für viele Menschen ist das schlicht nicht realistisch.


Ein Beispiel aus dem Alltag

Stellen wir uns eine alleinerziehende Mutter vor.

Sie weiß:

  • Die gesetzliche Rente wird später kaum reichen.

  • Sie müsste privat vorsorgen.

Und nun sagen wir ihr:

„Bevor du überhaupt starten kannst, zahl bitte erstmal 1.200 € für Beratung.“

Für viele Menschen ist das schlicht keine Option.

Und genau hier kommt das Provisionsmodell ins Spiel.

Der Berater arbeitet zunächst ohne direkte Bezahlung – und wird erst dann vergütet, wenn tatsächlich ein Vertrag abgeschlossen wird.


Ein wichtiger Punkt: Beratung ist nicht risikolos für Berater

Was viele ebenfalls nicht wissen:

Berater haften für ihre Empfehlungen.

Wenn ein Vertrag in den ersten Jahren gekündigt wird, weil er beispielsweise falsch beraten wurde, muss der Berater seine Provision oft anteilig zurückzahlen.

Das bedeutet:

Der Berater trägt ebenfalls ein Risiko.


Die viel wichtigere Frage: Warum kümmern sich so wenige Menschen überhaupt um ihre Altersvorsorge?

Aus meiner Sicht wird in der gesamten Diskussion oft das falsche Thema betont.

Die wichtigste Frage lautet nicht:

Kostet Beratung Geld?

Die viel wichtigere Frage lautet:

Warum kümmern sich so viele Menschen überhaupt nicht um ihre Altersvorsorge?

Denn egal ob:

  • Selbst investieren

  • oder Beratung nutzen

Der entscheidende Schritt ist immer derselbe:

Überhaupt anfangen.


Warum Nichtstun langfristig am teuersten ist

Viele Menschen lassen ihr Geld einfach auf dem Konto liegen.

Doch dort passiert Folgendes:

Inflation reduziert jedes Jahr die Kaufkraft.

Langfristig kann das deutlich mehr Vermögen kosten als jede Provision.

Wer über Jahrzehnte nicht investiert, verliert durch Inflation oft mehr Geld als durch sämtliche Beratungskosten zusammen.


Fazit: Kosten sind wichtig – aber nicht das einzige Kriterium

Kosten, Provisionen und Transparenz sind wichtige Themen.Schlechte Beratung sollte kritisch hinterfragt werden.

Aber die Diskussion greift zu kurz, wenn sie so tut, als gäbe es nur zwei Optionen:

  • Selbst investieren = gut

  • Beratung = schlecht

Die Realität liegt – wie so oft – dazwischen.

Der entscheidende Punkt ist nicht die Provision.

Der entscheidende Punkt ist:

Kümmerst du dich überhaupt um deine finanzielle Zukunft?


Wenn du deine Altersvorsorge prüfen möchtest

Wenn du wissen möchtest:

  • wie groß deine persönliche Rentenlücke ist

  • welche Möglichkeiten du hast

  • oder wie du einen strukturierten Plan für deine Altersvorsorge entwickeln kannst

dann kannst du dich jederzeit bei mir melden.

👉 Mehr Infos findest du auf www.havelsicher.de

 
 
 

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